Kampfhase

Nov 202011

Jemand ist ein echtes Schlitzohr

In der heutigen Auslegung des Begriffs kann die Beurteilung eines so bezeichneten Menschen sowohl Verachtung als auch Bewunderung ausdrücken. Ke nachdem, hält man die Person entweder für erfahren, schlau und raffiniert oder für durchtrieben und hinterhältig. Die beiden gängigsten Meinungen zur Herkunft dieses Ausdrucks stammen aber eindeutig von Begleitumständen, die als negativ angesehen werden.

Im Mittelalter wurden Betrüger teilweise mit dem Einschlitzen eines oder beider Ohren bestraft, um den Verbrecher auch optisch bloßzustellen. Diese Warnabsicht liegt auch der zweiten Herkunftsmöglichkeit zugrunde. So wurde Zimmerleuten, die auf der Walz (also auf Wanderschaft) waren, bei Betrügereien oder anderen Straftaten der üblicherweise getragene Ohrring aus dem Ohr gerissen, wodurch ein Schlitz entstand.

Nov 192011

Die Erfindung der Briefmarke

Der Brite Sir Rowland Hill (1795-1879) führte eine selbstklebende Portoquittung für Briefe ein: die Briefmarke.

Bis zum 17. Jahrhundert hatte der Empfänger einer Briefsendung die Kosten für den Transport im Nachhinein zu entrichten. Oft wurde die Annahme aus Kostengründen verweigert und die Postbeförderer blieben auf dem Brief sitzen. Zudem musste jeder Adressat angetroffen und abkasiert werden, was sehr zeitaufwendig war.

1653 kam man in Frankreich auf die Idee, das System umzukrempeln. Jetzt erhob man die Gebühren vom Versender eines Briefes im Vorhinein, heftete eine Quittung an oder druckte einen Stempel auf.

Hill fasste nicht nur diese Ideen zusammen, sondern ging noch einen Schritt weiter. Er erfand 1840 eine selbstklebende Bestätigung für die Bezahlung der Gebühren in Form einer Briefmarke.

Die ersten Briefmarken der Welt trugen ein Bild der englischen Königin Viktoria und kosteten einen Penny. Sie hatten noch keine Zähne, man musste sie mit einer Schere vom Bogen abschneiden.

Nov 182011

Haiti erkämpfte sich die Freiheit von seinen französischen Kolonialherren

Hispaniola ist die zweitgrößte der Westindischen Inseln. Im Osten der Insel befindet sich heute die Dominikanische Republik, im Westen die Republik Haiti. Der östliche Teil war lange spanisches Kolonialgebiet, der westliche Teil französisches.

Besonders der französische Teil lebte von der Ausbeutung nach Hispaniola gebrachter farbiger Sklaven auf Plantagen. Der 1685 erlassene Code Noir regelte das armselige Leben der Sklaven. Im Zuge der Französischen Revolution (1789-1799) wurde die Sklaverei abgeschafft und Frankreich erlangte auch die Oberherrschaft über den Spanischen Teil der Insel. Nach einer kurzen Phase der Freiheit führte Napoleon Bonaparte 1802 die Sklaverei in den französischen Kolonien wieder ein.

Doch die farbige Bevölkerung wehrte sich erfolgreich. Unter der Führung des farbigen Generals jean-Jacques Dessalines besiegte eine Sklavenarmee am 18. November 1803 die Franzosen und fügten Napoleon damit seine erste Niederlage zu. Die Franzosen mussten daraufhin die Insel räumen.

Nov 172011

Geld stinkt nicht

Mit diesem Sprichwort will man ausdrücken, dass die Herkunft eines Einkommens den Wert des Geldes nicht beeinflusst.

Der Satz ist eine Übersetzung des lateinischen Pecunia non olet und soll von Kaiser Vespasian (9-79) stammen. Dieser war von 69 bis 79 römischer Kaiser und hatte durch kluge Sparsamkeit die römischen Staatsfinanzen wieder ausgeglichen. Vespasian hatte auch eine Steuer auf öffentliche “Toiletten” erhoben, die vorwiegend aus aufgestellten Amphoren bestanden, in die uriniert werden konnte. Diese Steuer rechtfertigte er vor seinem Sohn Titus, in dem er ihn fragte, ob das dadurch eingenommene Geld, das er ihm vor die Nase hielt, schlecht riechen würde.

Noch heute werden die öffentlichen Toiletten in Italien Vespasiani genannt.

Nov 162011

Der “abgeschaffte” Feiertag – Buß- und Bettag

Der Buß- und Bettag ist ein hoher evangelischer feiertag, der in Notzeiten entstanden ist und der helfen soll, durch Einkehr und Hinwendung zu Gott drohende Gefahren abzuwenden. Da es überall in der Vergangenheit natürlich bereits unterschiedliche Gefahren gab, war der genaue Termin für diesen Feiertag zunächst nicht fest. Allein in Deutschland gab es 1878 47 verschiedene Bußtage an insgesamt 24 verschiedenen Terminen. Erst 1894 wurde der Mittwoch elf Tage vor dem 1. Advent als einheitlicher Termin festgelegt. Von 1945 (Bayern 1952) an war der Buß- und Bettag in der Bundesrepublik ein gesetzlicher Feiertag. 1995 schaffte man den Feiertag ab, um mit der an diesem Tag erbrachten Wirtschaftsleistung die neue Pflegeversicherung zu finanzieren. In Österreich ist der Buß- und Bettag kein Feiertag, in der Schweiz gibt es am dritten Septembersonntag den Eidgenössischen Dank-, Buß und Bettag.

Nov 152011

Gibt es giftige Vögel?

Die Papua auf Neuguinea sind keine Kostverächter. Sie ernähren sich von allem, was ihr Lebensraum ihnen an Essbarem zur Verfügung stellt. So stehen auch die Vögel des Waldes regelmäßig auf ihrer Speisekarte. Mit einer Ausnahme: Um den Zweifarben-Pitohui machen die Papua einen großen Bogen, denn erstens schmeckt dieser Vogel sehr bitter und zweitens überlebt man seinen Verzehr nur mit viel Glück. Seine Haut und Federn sind sehr giftig, aber er setzt – anders als die meisten “richtigen” Gifttiere – sein Gift nicht als Waffe ein. Deshalb kamen Forscher auf die Idee, die Nahrung des Vogels zu untersuchen. Und siehe da: Der Zweifarben-Pitohui frisst besonders gerne den giftigen Käfer Choresine pulchra, dessen Gift er anreichert, ohne dass es ihm selbst schadet.

Nov 142011

Mummenschanz treiben

Heute versteht man darunter “vermummt/maskiert tanzen”, wie es in der alemannischen Fastnacht im Süddeutschen und der Schweiz praktiziert wird. Hierbei sind das Gesicht durch eine Maske und der hintere Kopfbereich durch Tücher, die an der Maske befestigt sind, verdeckt beziehungsweise vermummt. Der restliche Körper ist durch meist farbenfrohe Kostüme bedeckt. Maskierte Gruppen gehen dann von Haus zu Haus und fordern die dirt Wohnenden zu einem Mummenschanzspiel auf.

Ursprünglich war der Mummenschanz ein Spiel mit Würfeln. Der Wortteil “schanz” wurde aus dem französischen Wort chance entlehnt und bedeutete im Mittelalter etwa “glücklicher Würfelfall”, also einen “Glückswurf”. Der Wortteil “mummen” oder “mumman” hatte die Bedeutung “Glücksspiel”, konnte gleichzeitig aber auch “Maske” und das “Vermummen” (verkleiden) bedeuten.

Nov 132011

Sind Mäuse Schädlinge?

Ja und nein! Zum Beispiel würde niemand bestreiten, dass die meisten Vertreter der Echten Mäuse (Langschwanzmäuse), zu denen die Hausmäuse und Ratten gehören, im Haus üble Vorratsschädlinge sind, auf die der Mensch schon seit Jahrtausenden gnadenlos Jagd macht. Im Garten richten diese Tiere allerdings kaum Schaden an.

Anders die entfernt verwandten Wühlmäuse: Sie wühlen lange unterirdische Gänge durch den Garten und fressen dabei alles ab, was ihnen in die Quere kommt, ob Wurzelgeflecht, Setzling, Samen, Gemüse oder Blumenzwiebel.

Die mit den Mäusen nicht verwandten Spitzmäuse (sie zählen nicht zu den Nagetieren) wiederum benötigen täglich große Mengen Schnecken, Käfer und anderes Getier und sind damit besonders nützlich.

Nov 122011

Woher kommt der Muskelkater?

Jeder kennt das: Man hat sich besonders stark körperlich angestrengt und kann sich am nächsten Tag kaum noch richtig bewegen. Da hat er wieder zugeschlagen, der gefürchtete Muskelkater, und der Spott der Umwelt ist einem zudem auch noch sicher. Immer wieder hört man dann die alte Theorie, dass Muskelkater durch eine Ansammlung von Milchsäure entstehe, wenn im Muskel mehr Energie umgesetzt werde, als dafür eigentlich an Sauerstoff zur Verfügung stehe. Das stimmt allerdings nicht, denn die – tatsächlich vorhandene – Milchsäure wird schon bald nach dem Ende der Anstrengung komplett wieder abgebaut. Der Muskelkater beginnt aber meist erst viele Stunden später und hält lange an. Er entsteht durch kleine Verletzungen in den Muskeln, durch Muskelfaserrisse.

Nov 112011

Gänseessen, Umzüge, Singen – der Martinstag

Am heutigen Martinstag wird der heilige Martin von Tours geehrt, einer der populärsten Heiligen in der gesamten katholischen Kirche. Er war gegen Ende des 4. Jahrhunderts Bischof von Tours, einer Zeit, die von zahllosen Wirren um den schleichenden Untergang des Römischen Reiches geprägt war. Aufgrund seines Lebenswerkes, das von Barmherigkeit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe geprägt war, ist der heilige Martin heute der Schutzheilige der Reisenden, der Armen und Bettler sowie der Reiter. Der Todestag des Bischofs war der 8. November 397, gefeiert wird der Tag seiner Grablegung drei Tage danach. Dabei werden bis heute drei verschiedene Bräuche praktiziert: das Gänseessen, der Umzug znd das Singen. Die Umzüge enden meist mit einem großen Martinsfeuer, danach ziehen die Kinder mit Laternen durch die Straßen und singen an den Haustüren, wo sie meist mit Süßigkeiten belohnt werden.