Woher kommt der Muskelkater?
Jeder kennt das: Man hat sich besonders stark körperlich angestrengt und kann sich am nächsten Tag kaum noch richtig bewegen. Da hat er wieder zugeschlagen, der gefürchtete Muskelkater, und der Spott der Umwelt ist einem zudem auch noch sicher. Immer wieder hört man dann die alte Theorie, dass Muskelkater durch eine Ansammlung von Milchsäure entstehe, wenn im Muskel mehr Energie umgesetzt werde, als dafür eigentlich an Sauerstoff zur Verfügung stehe. Das stimmt allerdings nicht, denn die – tatsächlich vorhandene – Milchsäure wird schon bald nach dem Ende der Anstrengung komplett wieder abgebaut. Der Muskelkater beginnt aber meist erst viele Stunden später und hält lange an. Er entsteht durch kleine Verletzungen in den Muskeln, durch Muskelfaserrisse.
Gänseessen, Umzüge, Singen – der Martinstag
Am heutigen Martinstag wird der heilige Martin von Tours geehrt, einer der populärsten Heiligen in der gesamten katholischen Kirche. Er war gegen Ende des 4. Jahrhunderts Bischof von Tours, einer Zeit, die von zahllosen Wirren um den schleichenden Untergang des Römischen Reiches geprägt war. Aufgrund seines Lebenswerkes, das von Barmherigkeit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe geprägt war, ist der heilige Martin heute der Schutzheilige der Reisenden, der Armen und Bettler sowie der Reiter. Der Todestag des Bischofs war der 8. November 397, gefeiert wird der Tag seiner Grablegung drei Tage danach. Dabei werden bis heute drei verschiedene Bräuche praktiziert: das Gänseessen, der Umzug znd das Singen. Die Umzüge enden meist mit einem großen Martinsfeuer, danach ziehen die Kinder mit Laternen durch die Straßen und singen an den Haustüren, wo sie meist mit Süßigkeiten belohnt werden.
Bekommt man in engen Räumen Platzangst?
Sie tritt in Aufzügen, Bussen und Bahnen, aber auch in Kaufhäusern, Kinos und generell bei Menschenansammlungen auf. Auch ist sie aus Büros bekannt, die mehrere Arbeitsplätze anbieten. Sie äußert sich als Angst vor dem Ersticken und als Angst vor Einengung. In entsprechenden Situationen kommt es bei Betroffenen zu Hyperventilation und Schweißausbrüchen. Die Rede ist von Klaustrophobie, die in der Umgangssprache oft als “Platzangst” bezeichnet wird. Dies ist aber ein Fehler, denn die Klaustrophobie muss korrekterweise als “Raumangst” bezeichnet werden. Der so oft falsch verwendete Begriff der Platzangst wird nämlich in der Fachsprache als “Agoraphobie” bezeichnet. Sie äußert sich als Angst, den öffentlichen Raum zu betreten oder weitere Reisen zu unternehmen.
Wärmt Alkohol den Körper von innen?
Immer wieder sieht man, wie sich Menschen, die sich in besonders kalter Umgebung aufhalten, mit Alkohol zu wärmen versuchen, sei es mit Glühwein, Grog oder Hochprozentigem. Grund: Nach wie vor hält sich hartnäckig der Irrglaube, dass der Alkohol den menschlichen Körper von innen wärme, dabei ist streng genommen genau das Gegenteil der Fall! Allerdings ist es nicht verwunderlich, dass diese Mär so lange fortlebt, denn subjektiv betrachtet stimmt diese Wahrnehmung sogar.
Alkohol erweitert die Blutgefäße des Körpers. Dadurch verspürt man eine angenehme Wärme an Händen und Füßen. Allerdings wird diese Wärme jetzt leider an die Umgebung abgegeben. Wenn man eine halbe Flasche Wein trinkt, sinkt die Körpertemperatur um ein halbes Grad.
Scoville – die Einheit der Schärfe
Der amerikanische Chemiker Wilbur Scoville (1865-1942) entwickelte eine Skala zur Einschätzung der Schärfe von verschiedenen Paprikaarten.
In den Früchten der Paprikapflanze ist ein Stoff namens Capsaicin vorhanden, der dafür entscheidend ist, wie scharf wir eine Paprika empfinden.
Scoville maß die Menge von Wasser, die nötig war, um die Probe einer zu untersuchenden Paprika so weit zu verdünnen, bis Tester die Lösung nicht mehr als scharf empfanden. Der untere Wert liegt bei Null, was bedeutet, dass die Probe unverdünnt als nicht scharf gilt. Reines Capsaicin stellt sie obere Grenze der Skala mit einem Wert von 15 bis 16 Millionen Scoville dar. Das bedeutet, dass man 15 bis 16 Millionen Milliliter (15 bis 16.000 Liter) Wasser braucht, um die Probe von 1 Milliliter Capsaicin so weit zu verdünnen, dass sie nicht mehr als scharf empfunden wird.
Nach dieser Skala haben normale Gemüsepaprika einen Wert von 0-10, Peperoni von 100-500, Tabascosauce von 2500-5000 und Cayennepfeffer von 30.000-50.000 Scoville. Habañeros belegen Werte zwischen 100.000 und 350.000 Scoville. Die schärfste Chilisauce der Welt, die durch mehrfache Konzentration erzeugt wird, rühmt sich, es auf sieben Millionen Scoville zu bringen.
Die Oktoberrevolution fand am 7. November statt
Das wussten Sie schon? Gut, aber wissen Sie auch warum? Das liegt an den Unterschieden zwischen dem julianischen Kalender und dem gregorianischen Kalender.
Der julianische Kalender wurde von Gaius Julius Caesar im Jahr 45 v. Chr. eingeführt. Er legte fest, dass das Jahr 365 Tage hat und alle vier Jahre einen 366. Tag (Schaltjahr). Das ist im Verhältnis zum tatsächlichen Umlauf der Erde um die Sonne aber etwas zu lang. Papst Gregor XIII. schuf deswegen den gregorianischen Kalender, der besagt, dass volle Jahrhunderte nur noch dann Schaltjahre sind, wenn man sie durch 400 teilen kann. Außerdem legte er fest, dass auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582, direkt Freitag, der 15. Oktober 1582, folgte und somit zehn Tage übersprungen wurden.
Diese Reform wurde von der russisch-orthodoxen Kirche verweigert, und Russland stellte den Kalender erst nach der Oktoberrevolution um. Bis dahin hatte sich schon ein Unterschied von 13 Tagen ergeben. Dadurch war der 7. November 1917 in Russland erst der 25. Oktober.
Fisimatenten macht man schon länger, als die meisten denken
Wenn man heute jemanden auffordert, keine “Fisimatenten” zu machen, will man denjenigen daran hindern, eine Dummheit zu begehen.
Im Rheinland kursiert die Erklärung, dass zu Zeiten Napoleons die französischen Soldaten junge Mädchen mit dem Satz “Visitez ma tente” (“Besuchen Sie mein Zelt”) in ihre Zelte eingeladen haben sollen. Besorgte Mütter warnten daraufhin ihre Töchter, keine “Fisimatenten” zu machen. Häufig liest man auch, dass der Ausdruck aus Zeiten einer französischen Besatzung von Berlin im 19. Jahrhundert stamme, wo man Kriegsgefangenen erlaubte, kurze Besuche bei Verwandten zu machen. Dann wurde gerne der Grund “Visiter ma tante” (“Meine Tante besuchen”) genannt. Beide Erklärungen sind aber falsch.
Bereits im 17. Jahrhundert wurde der Begriff für “Flausen” und “Ausflüchte” benutzt und taucht somit schon lange vor den genannten Einflüssen auf.
Die Schwarzpulververschwörung
Der Katholik Guy Fawkes (1570-1606) versuchte am 5. November 1605 vergeblich, ein Attentat auf den englischen König Jakob I. zu verüben.
Fawkes, der von der anglikanischen Staatskirche zum Katholizismus übergetreten war, war ein Berufssoldat, der große Kenntnisse im Umgang mit Sprengstoffen erworben hatte. Da zu seiner Zeit die Katholiken in Großbritannien unterdrückt wurden, beschloss Fawkes, am Tag der Parlamentseröffnung des House of Lords zu sprengen und damit den König mit seiner Familie, alle Parlamentsmitglieder, alle Landesbischöfe und einen großen Teil des Hochadels zu töten. Zu diesem Zweck hatte er mehr als zwei Tonnen Schwarzpulver in Kellerräumen versteckt, was der Verschwörung ihren Namen gab. Das Attentat konnte jedoch verhindert werden, da er am Morgen des 5. November bei einer Untersuchung der Kellergewölbe entdeckt wurde.
Noch heute beginnt die jährliche Parlamentseröffnung traditionell mit einer Inspektion der Kellergewölbe durch den britischen Herrscher.
Heften Sie sich doch mal ein Revers ans Revers
Halt! Bitte weiterlesen. Der Vorschlag hört sich nur im ersten Moment so widersinnig an, denn das Wort Revers hat sehr viele Bedeutungen, je nachdem, in welchem Fachgebiet es benutzt wird.
Revers ist ein französischen Wort und bedeutet so viel wie “nach hinten gewandt”. Im Bereich der Mode (hier “rewär” gesprochen) beschreibt man damit einen nach vorne umgeschlagenen Teil eines Stoffes an einem Kleidungsstück, besonders den sogenannten Sakkoaufschlag. In der Numismatik (der Münzkunde) bezeichnet man damit die Rückseite einer Münze (hier “rewärs” gesprochen, die bei den deutschen Euro-Münzen zum Beispiel den Bundesadler zeigt. Modisch zwar durchaus fragwürdig, könnte man sich aber durchaus eine Münze an den Kragenaufschlag heften.
Die Rückseite von Flaggen, eine Verpflichtungserklärung in der Rechtswissenschaft und eine schriftliche Patientenerklärung im Bereich der Medizin werden übrigens auch als Revers bezeichnet.
Mary Phelps Jacob befreite die amerikanischen Frauen aus den Zwängen des Korsetts
Die US-Amerikanerin Mary Phelps Jacob (1891-1970) gehörte der New Yorker “Gesellschaft” an. Beide Elternteile stammten aus Familien, die aus England nach Nordamerika ausgewandert waren und in der Neuen Welt ihr Glück gemacht hatten. So genoss Mary den Lebensstil der Oberschicht mit Tanz- und Reitstunden sowie Treffen der höheren Gesellschaft. Als sie 1910 zu einem Debütantinnenball eingeladen war, störte sie das zu dieser Zeit traditionell zu tragende Korsett erheblich. Es war nicht nur unbequem, sondern die Stützstäbe schienen auch noch unter dem Stoff ihres Kleides hervor.
Kurz entschlossen schneiderte sie aus zwei seidenen Taschentüchern und mehreren Bändern einen leichten und weichen Büstenhalter. Ihre Freundinnen baten sie begeistert, auch für sie solche Büstenhalter zu schneidern. Als ihr dann eine Fremde einen Dollar für die Herstellung eines BHs anbot, entschloss sie sich, ihren “rückenfreien Büstenhalter” in den USA zum Patent anzumelden, das sie am 3. November 1914 erhielt.

