Wirft herab Andreas Schnee, tut’s dem Korn und Weizen weh
Einer der wichtigsten Heiligen der christlichen Kirche ist der Apostel Andreas, der Bruder des Simon Petrus. In der Zeit der Chrichtenverfolgung des Kaisers Nero wurde er an einem 30. November in Griechenland gekreuzigt, woraufhin der dortige römische Statthalter dem Wahnsinn verfallen sein soll. Die Bauernregeln zu diesem Tag drücken vor allem die Sorge der Landbevölkerung um die frische Wintersaat aus, die in die Erde gebracht worden ist. So finden sich in der oben genannten und in vielen Variationen existierenden Bauernregel vor allem die Angst vor zu frühem Schneefall, der die Keimung der Wintersaat beeinträchtigen kann. Andere Bauernregeln sehen dies allerdings auch mit großer Gelassenheit, wie z. B.: “Es verrät dir die Andreasnacht, was wohl so das Wetter macht.”
Taxi nach Leipzig
Heute vor genau 41 Jahren wurde Fernsehgeschichte geschrieben. Es war ein Sonntagabend, als zur besten Sendezeit nach der Tagesschau um 20.15 Uhr der Krimi “Taxi nach Leipzig” ausgestrahlt wurde. Der Film war die erste Folge einer Krimiserie, die bis heute weitergelaufen und zur erfolgreichsten deutschen Krimiserie überhaupt geworden ist: “Tatort”. Über 800 Mal sind mittlerweile rund 75 Kommissare zum Tatort gerufen worden, manche sogar schon bis zu 50 Mal. Und immer dabei: der Original-Vorspann aus dem Jahr 1970 mit dem Fadenkreuz, den graublauen Augen, den wegrennenden Beinen und der spannenden Musik von Klaus Doldinger. Augen und Beine gehören übrigens dem Schauspieler Horst Lettenmayer. der bekam vor über 41 Jahren von seiner Agentur den Anruf: “Die suchen ein Paar Augen, melde Dich doch mal da.” So wurden seine Augen zu den wahrscheinlich berühmtesten des deutschen Fernsehens. In der Folge “Der Pott” von 1989 war Lettenmayer übrigens als Gewerkschaftsboss auch einmal ganz zu sehen.
Wird bei der Bundestagswahl der Bundeskanzler gewählt?
Die großen Volksparteien Deutschlands verwenden im Bundestagswahlkampf gerne den Slogan “Zweitstimme ist Kanzlerstimme”. Damit wird der Eindruck erweckt, als entscheide man im deutschen Zweistimmenwahlrecht mit der Zweitstimme über die Person des Bundeskanzlers. Das stimmt aber so nicht. Vereinfacht gesagt, entscheidet man mit der Erststimme darüber, welche Person des eigenen Wahlkreises in den Bundestag kommen soll. Mit der Zweitstimme hingegen entscheidet man über die Sitzverteilung im Bundestag – gemäß des Stimmenanteils der Zweitstimmen werden die Sitze im Bundestag auf die Parteien verteilt. Der Bundeskanzler selbst wird allerdings von den Bundestagsabgeordneten gewählt. Insofern hat die Zweitstimme nur einen indirekten Einfluss auf die Kanzlerwahl.
Sind Pilze wirklich Pflanzen?
Auch wenn man oft hört, dass Pilze zum Pflanzenreich gehören, bilden Sie viel eher ein eigenes Reich. Sie können sich zwar – wie Pflanzen – nicht aktiv bewegen, aber unterscheiden sich dennoch in vielerlei Hisicht stark von ihnen. So sind Pilze beispielsweise nicht zur Fotosynthese fähig – ein Hauptmerkmal der Pflanzen.
Im Bereich des Zellaufbaus und des Stoffwechsels ähneln sie sogar vielmehr Tieren, vor allem Insekten. Aber auch von den Tieren unterscheidet Pilze sehr viel, vor allem ihre Lebensweise. Viele Pilze leben wie Bakterien von der Zersetzung organischer Substanz.
Islamisches Neujahr
Heutzutage wird der islamische Kalender nur noch für religiöse Zwecke benutzt. Er richtet sich nach den Mondphasen. Der neue Monat beginnt jeweils, wenn der Mond als schmalste Sichel am Himmel erscheint. Dadurch ist das Jahr nur 354 bzw. 355 Tage lang, so dass 33 Jahre desGregorianischen Kalenders 34 Jahren des muslimischen Kalenders entsprechen.
Die islamische Zeitrechnung (n.H.) beginnt am 16. Juli 622, dem Tag der Vertreibung des Propheten Mohammed aus Mekka. Am heutigen islamischen Neujahr beginnt im religiösen Kalender deswegen das Jahr 1433 n.H.
Da sich viele islamische Staaten heute nach dem gregorianischen Kalender orientieren, fällt der (allgmeine) Neujahrstag ebenfalls auf den 1. Januar.
Der höchste Baum der Welt
Die höchsten Bäume der Welt gehören alle zur Art Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) und stehen allesamt in einem relativ schmalen Streifen entlang der kalifornischen Küste. Zur Zeit sind 12 dieser rund 1000 Jahre alten Baumriesen bekannt, die über 110 Meter hoch sind. Die bekanntesten sind Hyperion, Stratosphere Giant und Mendocino Tree. Im Jahr 2007 wurde Hyperion entdeckt, der mit 115,55 meter den bisherigen Rekordhalter Stratosphere Giant (112,87 Meter) als höchsten Baum der Welt enttrohnte. Doch Hyperion wurde noch im selben Jahr von einem Specht so schwer geschädigt, dass ein gutes Stück seiner Spitze abbrach. Nun war wieder Stratosphere Giant der Champion, doch verlor er in einem Sturm 3 Meter seiner Spitze, so dass heute Mendocino Tree mit genau 112 Meter den Titl “höchster Baum der Welt” trägt.
Revolution in China
Vor 100 Jahren, im November 1911, kam China als Staat in der Moderne an. Viele Chinesen hatten das “Reich der Mitte” in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wegen der unerträglichen wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse verlassen und waren ins Ausland gegangen, vor allem in die USA. Dort hatte sich allmählich eine geistige Elite herausgebildet, die nun daran ging, die gesellschaftlichen Verhältnisse in ihrem Heimatland zu verändern. Zu ihnen gehörte Sun Yat-sen, der Vorsitzende der Oppositionsgruppe “Einheitsbund” und spätere Gründer der Nationalen Volkspartei “Kuomintang” (1912). Am 10. Oktober hatte mit dem Wuhan-Aufstand die Revolution begonnen und den ganzen November über breitete sie sich wie ein Flächenbrand aus. Am 24. November 1911 kontrollierten die Aufständischen bereits zwei Drittel des Landes. Trotz eines extrem brutalen Vorgehens mit Massenhinrichtingen bekam die kaiserliche Regierung die Lage nicht mehr in den Griff. Am 1. Januar 1912 wurde China zur Republik.
Sie kamen mit dem Handel – deutsche Lehnwörter in osteuropäischen Sprachen
Wirtschaftsbeziehungen waren häufig die Grundlage für die Entlehnung von Wörtern in andere Sprachen. So kamen mit der Hanse, deren Blütezeit das 14. Jahrhundert war, auch deutsche Wörter nach Russland, die heute noch im Russischen zu finden sind, wie anis, gardina, mehl, soldat und stul.
Auch in die estnische Sprache drangen deutsche Wörter ein, nachdem der Deutsche Orden im 13. Jahrhundert das Land erobert und sich Kaufleute und Handwerker dort angesiedelt hatten. Beispiele hierfür sind wein, klaverit (Klavier), reisi (Reise) und kunsti (Kunst). Im Bereich der ehemaligen Monarchie Österreich-Ungarns haben sich ebenfalls viele Wörter in den damals dazugehörenden Ländern festgesetzt. So zum Beispiel im Tschechischen ermloch (Ärmelloch), cvikl (Zwickel) und flikova (flicken), im Slowakischen drôt (Draht), plech (Blech) schroubvák (Schraubenzieher) und schuble (Schublade) sowie im Bosnischen/Kroatischen/Serbischen cange (Zange), cigla (Ziegel), glajz (Gleis) und rajsnegla (Reißnagel).
Der Wind, der Wind, das himmlische Kind
Sicherlich kennen Sie den Föhn als Wind in den Alpen, den Levante auf Korsika und den Mistral in Südfrankreich. Wie steht es aber mit diesen Winden?
Der Schaitan im Süden Zentralasiens ist ein sogenannter Staubteufel, das heißt ein kleiner Wirbelwind, der Sand und Staub aufwirbelt. Staubteufel sind auch die Willy-Willies in Australien.
Der Afternoon Burner ist ein starker Wind, der über Vancouver in Kanada fegt. Dem Föhn ähnlich ist der Chinook, ein warmer Fallwind in den Rocky Mountains, der nach einem Indianerstamm benannt ist.
Der aus Norden über Mexiko streifende Wind wird Chocolatero genannt. Ein gegen Mittag einsetzender frischer Seewind in Freemantle in Australien wird von der Bevölkerung Freemantle Doctor genannt, da er wie ein Arzt Linderung bei Unwohlsein bringt, wenn man unter der Hitze leidet. Wesentlich unangenehmer sind die Tempests, heftige Gewitterstürme in den Sommermonaten im bolivianischen Hochland.
Ebenfalls lieber meiden sollte man Zyklone, wie die tropischen Wirbelstürme im Golf von Bengalen genannt werden.
Er ist ein wahrer Schinderhannes
Dieser früher gebrauchte Ausspruch wurde für jemanden verwendet, der ein Räuber war, also ein Mensch, der die öffentliche Ordnung erheblich störte und überall gefürchtet sowie schwer zu fassen war.
Der Schinderhannes hieß eigentlich Johannes Bückler (1779-1803) und war Anführer einer berüchtigten Räuberbande mit wechselnden Mitgliedern im Hunsrücker Raum. Seinen Spitznamen erhielt Bückler, als er eine Lehre bei einem Abdecker, auch als Schinder bezeichnet, machte.
Seine erste Straftat beging er, als er seinem Meister Geld unterschlug. Es folgten weitere Diebstähle, Viehdiebstahl, Erpressungen, Raub und auch Morde. 1802 konnte Bückler gefasst werden. Im Jahr darauf wurden er und 19 Mittäter zum Tode verurteilt und durch die Guillotine hingerichtet.
Seine letzte Lebensgefährtin gebar noch vor ihrem Gefängnisaufenthalt einen Sohn namens Franz Wilhelm, dessen Nachfahren heute noch im Taunus leben.

