Theoderich der Große hatte wenig mit Dietrich von Bern gemein
Dietrich von Bern ist einer der bekanntesten Helden in den Sagen des deutschen Mittelalters und wird unter anderem im WNibelungenlied” als Gefolgsmann des Hunnenkönigs Attila erwähnt.
Im Mittelalter wurde der Ostgotenkönig Theoderich der Große (451/456-526) mit Dietrich gleichgesetzt, doch die Erzähluingen über Dietrich und das tatsächliche Leben Theoderichs stimmen in fast nichts überein.
Zwar lag Bern im Herrschaftsbereich Theoderichs, doch dieser hatte seinen Regierungssitz in Ravenna. Attila war bereits gestorben (453), bevor der Ostgote geboren wurde. Während Dietrich als Vertriebener nach Italien kam, eroberte der reale Theoderich das Land und wurde König von Italien. Dieser war auch kein edler Held, sondern ermordete seinen Gegner Odoaker eigenhändig bei einem Friedensbankett. Unstimmigkeiten zwischen der Sage und echte Quellen wie der “Gotenchronik” waren bereits im Mittelalter aufgefallen, doch man erfand einfach neue Teile, um sie wieder “passend” zu machen.
Kann man nicht genug Vitamine bekommen?
Wenn man der Werbung glaubt, kann man das Gefühl bekommen, dass man von den lebenswichtigen Vitaminen gar nicht genug zu sich nehmen könne. Das ist aber falsch, wie Ernährungswissenschaftler und Mediziner heute wissen. Zwar benötigt der menschliche Organismus für einen gesunden Stoffwechsel und für das Immunsystem bestimmte Mengen von Vitaminen. Doch das Prinzip “viel hilft viel” ist hier völlig fehl am Platz. Überschreitet nämlich die Vitaminzufuhr den normalen Vitaminbedarf, dann ist trotzdem kein weiterer positiver Effekt für die Gesundheit zu erwarten. Im Gegenteil: Überdosierung kann bei manchen Vitaminen die Gesundheit sogar schädigen, etwa bei Beta-Carotin und Vitamin B6. Auch bei den fettlöslichen Vitaminen A, D und E kann eine Überdosierung auf längere Sicht zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.
Kleider machen Leute
Das Sprichwort beruht darauf, dass vielfach jemand einen anderen Menschen nach dessen Äußerem beurteilt und dessen innere Werte unberücksichtigt bleiben.
Bekannt wurde die Redensart im 19. Jahrhundert durch die Novelle Die Leute von Seldwyla des Dichters Gottfried Keller (1819-1890). Darin kommt ein armer Schneider, der sich immer gut kleidete, in eine fremde Stadt, wo er wegen seines Äußeren für einen Grafen gehalten wird. Er verliebt sich in eine reiche Bürgerstochter, klärt sie aber nicht über seinen Stand auf. Bei der Verlobung wird alles aufgedeckt, und er flieht. Die Verlobte folgt ihm, er klärt alles auf, gesteht ihr seine Liebe, und alles kommt zu einem guten Ende.
Schon aus dem 16. Jahrhundert stammt eine Geschichte von einem Gelehrten, der in Alltagskleidung ausgeht und von keinem gegrüßt wird. Wütend zieht er sich fein an und jetzt grüßt ihn jeder. Wieder zu Hause, reißt er sich die Kleider vom Leib und Trampelt mit den Worten darauf herum: “Bist Du der Doktor oder bin ich es?”
Was ist ein strenger Winter?
Schnell sprechen alle davon, dass ein Winter besonders mild oder hart gewesen sei. Aber was bedeutet das denn eigentlich? Wenn die Lufttemperatur höchstens um 1,5 Grad nach oben oder unten vom langjährigen Mittel abweicht, spricht man von einem “normalen” Winter. Schnee fällt erst oberhalb von 500 bis 1000 Meter, dauerhafte Schneedecken liegen erst oberhalb von 1000 bis 1200 Meter.
In einem strengen Winter fällt die Lufttemperatur um mehr als 1,5 Grad unter das langjährige Mittel, und zwar meist nach einem Kaltlufteinbruch Anfang Januar. Oft bleibt diese Wetterlage bis März erhalten.
Wenn die Lufttemperatur mehr als 1,5 Grad über dem langjährigen Mittel liegt, spricht man von einem milden Winter. Im Januar und Februar gibt es selten Frostwetter, und im März ist der Winter schon wieder vorbei.

