Nov 102011

Bekommt man in engen Räumen Platzangst?

Sie tritt in Aufzügen, Bussen und Bahnen, aber auch in Kaufhäusern, Kinos und generell bei Menschenansammlungen auf. Auch ist sie aus Büros bekannt, die mehrere Arbeitsplätze anbieten. Sie äußert sich als Angst vor dem Ersticken und als Angst vor Einengung. In entsprechenden Situationen kommt es bei Betroffenen zu Hyperventilation und Schweißausbrüchen. Die Rede ist von Klaustrophobie, die in der Umgangssprache oft als “Platzangst” bezeichnet wird. Dies ist aber ein Fehler, denn die Klaustrophobie muss korrekterweise als “Raumangst” bezeichnet werden. Der so oft falsch verwendete Begriff der Platzangst wird nämlich in der Fachsprache als “Agoraphobie” bezeichnet. Sie äußert sich als Angst, den öffentlichen Raum zu betreten oder weitere Reisen zu unternehmen.

Nov 092011

Wärmt Alkohol den Körper von innen?

Immer wieder sieht man, wie sich Menschen, die sich in besonders kalter Umgebung aufhalten, mit Alkohol zu wärmen versuchen, sei es mit Glühwein, Grog oder Hochprozentigem. Grund: Nach wie vor hält sich hartnäckig der Irrglaube, dass der Alkohol den menschlichen Körper von innen wärme, dabei ist streng genommen genau das Gegenteil der Fall! Allerdings ist es nicht verwunderlich, dass diese Mär so lange fortlebt, denn subjektiv betrachtet stimmt diese Wahrnehmung sogar.

Alkohol erweitert die Blutgefäße des Körpers. Dadurch verspürt man eine angenehme Wärme an Händen und Füßen. Allerdings wird diese Wärme jetzt leider an die Umgebung abgegeben. Wenn man eine halbe Flasche Wein trinkt, sinkt die Körpertemperatur um ein halbes Grad.

Nov 082011

Scoville – die Einheit der Schärfe

Der amerikanische Chemiker Wilbur Scoville (1865-1942) entwickelte eine Skala zur Einschätzung der Schärfe von verschiedenen Paprikaarten.

In den Früchten der Paprikapflanze ist ein Stoff namens Capsaicin vorhanden, der dafür entscheidend ist, wie scharf wir eine Paprika empfinden.

Scoville maß die Menge von Wasser, die nötig war, um die Probe einer zu untersuchenden Paprika so weit zu verdünnen, bis Tester die Lösung nicht mehr als scharf empfanden. Der untere Wert liegt bei Null, was bedeutet, dass die Probe unverdünnt als nicht scharf gilt. Reines Capsaicin stellt sie obere Grenze der Skala mit einem Wert von 15 bis 16 Millionen Scoville dar. Das bedeutet, dass man 15 bis 16 Millionen Milliliter (15 bis 16.000 Liter) Wasser braucht, um die Probe von 1 Milliliter Capsaicin so weit zu verdünnen, dass sie nicht mehr als scharf empfunden wird.

Nach dieser Skala haben normale Gemüsepaprika einen Wert von 0-10, Peperoni von 100-500, Tabascosauce von 2500-5000 und Cayennepfeffer von 30.000-50.000 Scoville. Habañeros belegen Werte zwischen 100.000 und 350.000 Scoville. Die schärfste Chilisauce der Welt, die durch mehrfache Konzentration erzeugt wird, rühmt sich, es auf sieben Millionen Scoville zu bringen.

Nov 072011

Die Oktoberrevolution fand am 7. November statt

Das wussten Sie schon? Gut, aber wissen Sie auch warum? Das liegt an den Unterschieden zwischen dem julianischen Kalender und dem gregorianischen Kalender.

Der julianische Kalender wurde von Gaius Julius Caesar im Jahr 45 v. Chr. eingeführt. Er legte fest, dass das Jahr 365 Tage hat und alle vier Jahre einen 366. Tag (Schaltjahr). Das ist im Verhältnis zum tatsächlichen Umlauf der Erde um die Sonne aber etwas zu lang. Papst Gregor XIII. schuf deswegen den gregorianischen Kalender, der besagt, dass volle Jahrhunderte nur noch dann Schaltjahre sind, wenn man sie durch 400 teilen kann. Außerdem legte er fest, dass auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582, direkt Freitag, der 15. Oktober 1582, folgte und somit zehn Tage übersprungen wurden.

Diese Reform wurde von der russisch-orthodoxen Kirche verweigert, und Russland stellte den Kalender erst nach der Oktoberrevolution um. Bis dahin hatte sich schon ein Unterschied von 13 Tagen ergeben. Dadurch war der 7. November 1917 in Russland erst der 25. Oktober.

Nov 062011

Fisimatenten macht man schon länger, als die meisten denken

Wenn man heute jemanden auffordert, keine “Fisimatenten” zu machen, will man denjenigen daran hindern, eine Dummheit zu begehen.

Im Rheinland kursiert die Erklärung, dass zu Zeiten Napoleons die französischen Soldaten junge Mädchen mit dem Satz “Visitez ma tente” (“Besuchen Sie mein Zelt”) in ihre Zelte eingeladen haben sollen. Besorgte Mütter warnten daraufhin ihre Töchter, keine “Fisimatenten” zu machen. Häufig liest man auch, dass der Ausdruck aus Zeiten einer französischen Besatzung von Berlin im 19. Jahrhundert stamme, wo man Kriegsgefangenen erlaubte, kurze Besuche bei Verwandten zu machen. Dann wurde gerne der Grund “Visiter ma tante” (“Meine Tante besuchen”) genannt. Beide Erklärungen sind aber falsch.

Bereits im 17. Jahrhundert wurde der Begriff für “Flausen” und “Ausflüchte” benutzt und taucht somit schon lange vor den genannten Einflüssen auf.

Nov 052011

Die Schwarzpulververschwörung

Der Katholik Guy Fawkes (1570-1606) versuchte am 5. November 1605 vergeblich, ein Attentat auf den englischen König Jakob I. zu verüben.

Fawkes, der von der anglikanischen Staatskirche zum Katholizismus übergetreten war, war ein Berufssoldat, der große Kenntnisse im Umgang mit Sprengstoffen erworben hatte. Da zu seiner Zeit die Katholiken in Großbritannien unterdrückt wurden, beschloss Fawkes, am Tag der Parlamentseröffnung des House of Lords zu sprengen und damit den König mit seiner Familie, alle Parlamentsmitglieder, alle Landesbischöfe und einen großen Teil des Hochadels zu töten. Zu diesem Zweck hatte er mehr als zwei Tonnen Schwarzpulver in Kellerräumen versteckt, was der Verschwörung ihren Namen gab. Das Attentat konnte jedoch verhindert werden, da er am Morgen des 5. November bei einer Untersuchung der Kellergewölbe entdeckt wurde.

Noch heute beginnt die jährliche Parlamentseröffnung traditionell mit einer Inspektion der Kellergewölbe durch den britischen Herrscher.

Nov 042011

Heften Sie sich doch mal ein Revers ans Revers

Halt! Bitte weiterlesen. Der Vorschlag hört sich nur im ersten Moment so widersinnig an, denn das Wort Revers hat sehr viele Bedeutungen, je nachdem, in welchem Fachgebiet es benutzt wird.

Revers ist ein französischen Wort und bedeutet so viel wie “nach hinten gewandt”. Im Bereich der Mode (hier “rewär” gesprochen) beschreibt man damit einen nach vorne umgeschlagenen Teil eines Stoffes an einem Kleidungsstück, besonders den sogenannten Sakkoaufschlag. In der Numismatik (der Münzkunde) bezeichnet man damit die Rückseite einer Münze (hier “rewärs” gesprochen, die bei den deutschen Euro-Münzen zum Beispiel den Bundesadler zeigt. Modisch zwar durchaus fragwürdig, könnte man sich aber durchaus eine Münze an den Kragenaufschlag heften.

Die Rückseite von Flaggen, eine Verpflichtungserklärung in der Rechtswissenschaft und eine schriftliche Patientenerklärung im Bereich der Medizin werden übrigens auch als Revers bezeichnet.

Nov 032011

Mary Phelps Jacob befreite die amerikanischen Frauen aus den Zwängen des Korsetts

Die US-Amerikanerin Mary Phelps Jacob (1891-1970) gehörte der New Yorker “Gesellschaft” an. Beide Elternteile stammten aus Familien, die aus England nach Nordamerika ausgewandert waren und in der Neuen Welt ihr Glück gemacht hatten. So genoss Mary den Lebensstil der Oberschicht mit Tanz- und Reitstunden sowie Treffen der höheren Gesellschaft. Als sie 1910 zu einem Debütantinnenball eingeladen war, störte sie das zu dieser Zeit traditionell zu tragende Korsett erheblich. Es war nicht nur unbequem, sondern die Stützstäbe schienen auch noch unter dem Stoff ihres Kleides hervor.

Kurz entschlossen schneiderte sie aus zwei seidenen Taschentüchern und mehreren Bändern einen leichten und weichen Büstenhalter. Ihre Freundinnen baten sie begeistert, auch für sie solche Büstenhalter zu schneidern. Als ihr dann eine Fremde einen Dollar für die Herstellung eines BHs anbot, entschloss sie sich, ihren “rückenfreien Büstenhalter” in den USA zum Patent anzumelden, das sie am 3. November 1914 erhielt.

Nov 022011

Die große Flutkatastrophe von 1570

Die Nordsee ist ein raues Meer, das immer wieder mit gewaltiger Kraft an die Küsten schlägt – insbesondere in den Niederlanden. Ein erheblicher Teil der Niederlande kiegt unter dem Meeresspiegel und war bis vor rund 2000 Jahren unbewohnbares Sumpfgebiet. Direkt als sich die ersten Menschen in diesem Gebiet niederließen, begann ihr Überlebenskampf gegen das Wasser. Doch bis ins 20. Jahrhundert hinein ereigneten sich immer wieder schwere Flutkatastrophen, die ganze Landstriche verwüsteten und viele Opfer forderten – zuletzt im Jahr 1953.

Eine der schwersten Flutkatastrophen ereignete sich 1570. Sie begann am 1. November – deshalb wird sie “Allerheiligenflut” genannt – erreichte ihren Höhepunkt jedoch am 2. November, als an vielen Orten gleichzeitig die Deiche brachen und die Wassermassen der Nordsee – vom Sturm getrieben – in einer Springflut über das Land schwappten. Am Ende waren über 80 Prozent der Niederlande verwüstet sowie Viehbestände und Wintervorräte vernichtet. Über 40.000 Niederländer sollen damals ums Leben gekommen sein.

Nov 012011

Allerheiligen – ein Fest für alle Heiligen

Heute ist Allerheiligen, ein Hochfest der römisch-katholischen Kirche, das aber auch von der lutherischen und anderen reformierten Kirchen begangen wird. Allerheiligen ist ein altes Fest, seine Anfänge liegen bereits über 1400 Jahre in der Vergangenheit. Der Feiertag wurde nötig, da es mit steigender Anzahl der Heiligen immer schwieriger und schließlich unmöglich wurde, jeden Heiligen einzeln an einem besonderen Tag zu feiern.

Um 610 herum wurde deshalb das ursprünglich heidnische Pantheon in Rom der Jungfrau Maria und allen Märtyrern geweiht. Über 100 Jahre später weihte Papst Gregor III. den Heiligen eine Kapelle im Petersdom und legte Allerheiligen auf den 1. November fest. Heute ist Allerheiligen in Österreich, in den katholisch geprägten Kantonen der Schweiz sowie in den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland ein gesetzlicher Feiertag.